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Wir sind nicht berufen Menschen Türen
...zu verkaufen, sondern Häuser...
Mach aus Deinen Wunden eine
Perle!
Abermals ist gleich das Himmelreich
einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle
fand, ging er hin
und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. (LUT Mt:13: 45, 46).
Bevor wir uns auf dieses Gleichnis
konzentrieren,
sehen wir vorab einige weitere Dinge an,
mit denen Jesus das Königreich
vergleicht:
Das Himmelreich ist gleich einem
Menschen,
der guten Samen auf seinen Acker säte. Mt:13:24.
Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn,
das ein Mensch nahm und säte es auf.... . Mt.13:31
Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig,
den ein Weib nahm.. Mt:13:33
Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netze,
das ins Meer geworfen ist. Mt:13:47
Das Reich Gottes hat sich also, als wenn
ein Mensch Samen aufs Land wirft Mk: 4:26
Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn
Jungfrauen, die ihre Lampen Mt:25:1
nahmen und gingen aus, dem Bräutigam
entgegen. (Luther)
Hier liegen uns die Lektionen vom
Himmelreich Jesu in großer Fülle nebeneinander, und wir können meinen, daß Jesus in
allen Dingen, die er geschaffen hatte, etwas von der Wahrheit seines Königreiches
sah.
Und dies ist auch so. Weil alle Dinge durch Ihn und zu Seiner Verherrlichung geschaffen
worden sind, spiegeln sie etwas vom Ausmaß und der Vielfalt Seines herrlichen
Königreiches wieder. Alles, was der Dreieinige Gott geschaffen hat, spricht von Ihm und
von Seinem Königreich Alles ! Ist dies nicht wunderbar? Aber es bedarf des
Heiligen Geistes, um uns diese Dinge zu offenbaren. Dies bedeutet, daß der Heilige Geist
uns die verborgenen Geheimnisse und Wunder Seiner Schöpfung offenbaren
muß.
Die Bibel sagt Jesus zog überall umher
und predigte das Evangelium vom Reich Gottes. Bedenke: Wo ist überall
nicht? Wenn
Ihn manchmal Menschen in den Dörfern fest halten wollten, antwortete Jesus Lk:4:43 Ich
muß auch andern Städten das Evangelium verkündigen vom Reiche Gottes; denn dazu bin ich
gesandt" (LUT) Jesus war sich der außergewöhnlichen und göttlichen
Dringlichkeit bewußt, das Evangelium vom Königreich Gottes überall in Israel zu
verkündigen. Ja, es ist so, alle Bücher dieser Welt könnten nicht
fassen, was Er über
das Königreich sagte.
Das Reich Gottes ist Jesu letzte und
krönende Schöpfung aller Dinge, die von Ihm geschaffen sind. Es ist, mangels besserer
Worte, sein vortrefflichster Fingerzug, sein Prachtstück und höchstes Werk für die
höchste Bestimmung des Menschen. Mit der Bitte Dein Reich komme", legte er es
in das Vorfeld des Vater-Unsers, um es zu dem beständigsten Ziel und dem kostbarsten
Besitz zu machen, das wir Menschen haben sollen.
Stattdessen handelt im aktuellen
Christentum kaum jemand danach, obwohl Jesus die Botschaft vom Königreich überall
verkündigte. So bleibt das Königreich des Himmels ein vergessenes
Königreich. Jesus
verkündigte nicht die Botschaft der Wiedergeburt. Die Botschaft von der
Wiedergeburt, so
wichtig und zentral sie ist, wird in den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas an
keiner Stelle erwähnt. Im Johannesevangelium wird von ihr nur einmal, im Gespräch Jesu
mit einem einzelnen Mann, berichtet. Aber Jesus predigte sie nie. Seine Jünger sandte Er
aus um das Evangelium vom Reich Gottes zu predigen, Lk 9:2 .
Ein großer Teil der Kirche handelt so als
stünde die Botschaft von der Wiedergeburt auf jeder Seite der vier
Evangelien. Sie
handelt so als wenn Jesus den Auftrag gegeben hätte, die Wiedergeburt zu
verkündigen.
Aber nein, dies ist nicht so, sondern die Botschaft vom Königreich des Himmels
überbringt vorrangig die ganze Wahrheit des Evangeliums. Das Evangelium ist das
Königreich.
Jesus sagte zu Nikodemus, daß wenn jemand
nicht von neuem geboren wird er das Reich Gottes nicht sehen kann, Joh. 3:3,5.
Angenommen,
wir bringen Menschen also zur Neugeburt. Aber wie können die
Neugeborenen, das Reich
Gottes sehen und in dieses eingehen, wenn es nicht von anderen gelebt,
gepredigt, vor
Augen gestellt, vorgelebt und der Seele des Wiedergeborenen sichtbar gemacht
wird? Wie
können sie in etwas eingehen, das ihnen nicht bekundet oder bekannt gemacht
wird? Wie
kann ein Kind nachdem es zur Welt gekommen ist die Stadt New York sehen oder dort hinein
kommen wenn es niemals dorthin gebracht wird? Wie kann dieses Kind jemals Beethoven
hören wenn seine Musik ihm niemals vorgespielt wird? Die Wiedergeburt, wieder und wieder
zu predigen, ohne das Reich Gottes zu predigen, ist wie Türen ohne Häuser zu
verkaufen.
Wir sind nicht berufen Menschen Türen zu verkaufen, sondern sie in Häuser
hineinzubringen - Häuser der Gegenwart, der Liebe und Reinheit Gottes.
Solange das Evangelium vom Reich Gottes
nicht überall gepredigt oder gelebt wird, haben die Neugeborenen in Christus kein
Königreich, das sie sehen oder in das sie einkehren können. Aus diesem Grund verhungern
die meisten Bekehrten auf ihrem geistlichen Weg ohne jemals die Realität des Reiches
Gottes kennengelernt oder erfahren zu haben. Sie treten niemals in es
hinein.
Wenn Dr. E. Stanley Jones
sagt, die Kirche
hat das Reich Gottes verloren, legt er seinen Finger auf das größte Problem, dem die
Christenheit begegnet; denn wie kann die Kirche eine Kirche sein ohne das Reich
Gottes?
Die Evangelien benutzen das Wort
Kirche" insgesamt nur dreimal. Dagegen werden die Begriffe Himmelreich und
Reich Gottes über einhundert mal verwendet. Ohne das Königreich des Himmels mangelt es
der Kirche in jeglicher Hinsicht an geistlichem Leben, denn nur im Reich Gottes gibt es
Gerechtigkeit und Frieden und Freude, Röm. 14: 17. Wenn wir das Evangelium vom Reich
Gottes nicht lernen von Neuem zu erfassen werden unsere Neu-bekehrten in jener Sackgasse
verenden, und ohne dieses Lebens erhaltende Ziel und Hoffnung bleiben.
Als Jesus kam brachte Er das Reich
Gottes,
ein Königreich, das dem Volk der Juden bis dahin unbekannt war, ein
Königreich, das der
Wohnort jedes aus Gott geborenen Menschen sein sollte. Jesus lehrte uns durch Seine
Gleichnisse, daß alles, was er schuf, Wahrheit in sich trägt, und hier folgt nun ein
weiterer Teil dieses großartigen Königreiches...
Das Gleichnis von der Perle
Konzentrieren wir uns im Folgenden auf das Gleichnis von
der Perle.
Vor einiger Zeit wies mich Rev. Robert
Morgan auf die Tatsache hin, daß die Art der Entstehung jeder Perle ganz im Herzen dieses
Gleichnisses liegt. Jede Perle entstammt einer Muschel. Es gibt nur einen
Weg, auf dem
eine echte Perle entstehen kann, nämlich, daß ein Sandkorn in ihren Organismus
eindringt. Sobald es in die Muschel eingedrungen ist, führt dann die stete Verwundung der
Muschel dazu, daß diese eine Substanz, nämlich Perlmutt, freisetzen
kann, das aus
Aragonitkristallen besteht. Mit der umgibt sie das fremde Sandkorn. Die Kristalle bauen
dann die wunderschöne Perle auf sie ist eine Folge der Verwundung der
Muschel. Die
Verwundung ist dann vergessen wenn die Perle da ist. Gott sei alle Ehre!
Perlen werden im Juwelenhandel je nach
ihrer Form Birnen, Glocken oder Tropfen genannt und ihre Farbe bestimmt ihren
Preis; die
wertvollsten sind weiß, schwarz, rosa und creme. Perlenfischer leben von
ihnen, setzen
ihren ganzen Einsatz daran, sie zu suchen und einzubringen. In der
Muschel, die sie dann öffnen, finden sie die gesuchte Perle. Und es bleibt
bestehen: Die Verwundung führt
stets zur Perle.
Das Himmelreich gleich einem
Kaufmann, der gute Perlen suchte". Was dieser Kaufmann wirklich
sucht, ist etwas, das
verwundet und in eine Perle verwandelt worden ist; nicht in eine Wurzel der
Bitterkeit.
Jeder wirklich aus Gott geborene wird kostbare, gute Perlen suchen, den Schmuck und die
Schönheit Christi jedes Gläubigen. Wir werden Perlensucher bleiben sofern wir in unserem
Herzen nicht geistlich lauwarm oder kalt geworden sind. Wir alle suchen nach jenem Schmuck
Jesu, nach seinen geistlichen Tugenden in jedem bekennenden Christen. Unsere Seele sehnt
sich nach Männern und Frauen, die mit Gott wandeln wie die Propheten und Apostel von
Vorzeiten.
Die kostbare Perle ist Jesus. Jesus
wurde verwundet. Er wurde verfolgt. Er wurde verhöhnt. Er wurde
verspottet. Er wurde ein
Sohn des Teufels genannt, ein Fresser, ein Säufer, ein Eindringling und ein
Verführer.
Er wurde angespuckt, geschlagen, ans Kreuz genagelt. Jesus wurde
verwundet! Er wurde verwundet, nahm aber kein Ärgernis daran. Gottes Leute ärgern sich nicht ( Ps. 119,
165). Aber Gottes Leute werden sehr wohl durch Unrecht verwundet. Am Kreuz faßte Jesus
seine Einstellung all den Verwundungen gegenüber zusammen, die er erlitten
hatte, als er sagte, Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun". Jesus machte so
seine Verwundungen zu einer Perle. Um seine verwundete Seele hatte sich Schicht um Schicht
geistliches Perlmutt" gelegt, bis sie dann in dem herrlichsten Glanz aller
Zeiten erschien. Durch das, was er litt, wurde Christus zur kostbaren
Perle. 1Pt:2: 23
welcher nicht wiederschalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er
litt, er
stellte es aber dem anheim, der da recht richtet;" (LUT). Hallelujah! Nichts im
Himmel oder auf Erden ragt mehr hervor als das Leiden Christi, der am Holze hängt und
seine Wunden zu dieser Perle macht.
Nun, mein Freund, wie gehst Du mit
Deinen Verwundungen um? Wie gehst Du damit um, was Dich verletzt, stört, oder mit
abweisenden Bemerkungen; grobe oder schneidende Bemerkungen, vielleicht deines Ehemannes
oder deiner Ehefrau? Was tust Du mit Deinen Wunden, die du als Laie von anderen Christen
oder von deinem Pfarrer oder Prediger erfahren hast? Was tust Du als Pfarrer oder Pastor
mit den Wunden, die du von Menschen erfahren hast, die untreu wurden oder von den
Gemeinden, die dich immer und immer wieder alle zwei Jahre weiter
schickten?
Was tust Du mit deinen
Wunden? Lassen wir
sie in uns schmoren? Lassen wir sie zu Wurzeln der Bitterkeit werden? Lassen wir es
zu,
daß sie uns aus der Gemeinschaft mit Gottes Leuten heraus drängen? Lassen wir es
zu,
daß sie uns in ein inneres Gefängnis aus Ärger, Kritiksucht oder Selbstmitleid
einschließen? Oder machen wir aus unseren Wunden geistliches Perlmutt wie Jesus es tat?
Verlassen wir die Versammlung der Geschwister, suchen wir die Scheidung, bewegen wir uns
auf dem Pfad des Auge um Auge und Zahn um Zahn, oder, bewegen wir uns auf dem Pfad der
Vergebung, auf dem wir unsere Feinde lieben, den Pfad des Dienstes, der Langmut und der
tragenden Geduld?
Das Himmelreich gleicht einem
Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und
verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie" Du kannst entweder
zulassen, daß dich
deine Verwundung weiterhin stört und auch die anderen, die um dich sind, bis sie dich
ganz zerstört hat oder du machst aus ihr eine Perle, die auch andere begeistern wird
alles zu verlassen um eben solch eine Perle zu werden!
Wir können unmöglich durch dieses Leben
gehen ohne verletzt zu werden. Ja, wir alle sind verletzt worden. Manchmal ist es die
Schuld anderer gewesen, manchmal ist es auch unsere eigene gewesen und unsere
Überempfindlichkeit. Manchmal können wir verwundet werden weil wir falsch informiert
sind, manchmal weil wir unbegründete Erwartungen haben oder Dinge
mißverstehen. Diese
Liste ließe sich unbegrenzt fortsetzen. Ja, nehmen wir an, Du bist verletzt
worden.
Möglicherweise bist du von deinem Ehepartner verletzt worden, aber erinnere
dich, am
wahrscheinlichsten ist, daß du deinen Ehepartner verletzt hast. Möglicherweise bist du
von deinem Pfarrer verletzt worden, aber denke daran, daß es möglich
ist, daß auch du
deinen Pfarrer verletzt hast, Mt. 7, 5!
Stellen wir nun fest, Schmerz gehört
ebenso zum seelischen und geistlichen Leben wie die Atmung zum Körper. Hier sprechen wir
nicht von deinem Verletzt - Sein. Wir sprechen davon, daß dir jemand weh getan hat. Dies
ist in diesem Zusammenhang wichtig um in dir eine Perle hervorkommen zu
lassen! Klage
nicht über dein Weh! Klage andere nicht für deinen Schmerz an. Werde einfach zu diesem
Ort, an dem eine Perle entsteht. Danke Gott für diesen Schmerz. Es gibt keinen anderen
Weg um eine geistliche Perle entstehen zu lassen außer durch Leiden. Es ist
unausweichlich verwundet zu werden, um zu jener Perle zu werden. Lehne es nicht
ab,
sondern heiße sie eher im Glauben willkommen, dazu verwundet zu werden. Wir brauchen
Perlen in der Kirche, denn daraus ist das Reich Gottes gebaut. Wunden sind ein
Entstehungsort großen Schmuckes, sofern wir auch in den Spuren Jesu
wandeln, (Jes. 48,
10; 2. Kor. 7, 10).
Wäre es nicht wunderbar, wenn
Menschen,
wenn sie verwundet würden, zu kostbaren Perlen Jesu würden, anstatt in den Gemeinden
Verwirrung anzurichten, und fortgesetzt anderen dadurch Schaden
zuzufügen?! Oh, was für
eine schöne Kirche, herrliche Kirche würde Jesus haben, wenn ihre Glieder all ihren
Schmerz in diese Perle verwandelt hätten.
Und nun weiß du von dem Geheimnis von der
Schönheit des Heiligen. Er ist dort nicht auf leichtem Weg angelangt. Sie alle sind zum
schönen Schmuck der Gottgefälligkeit gekommen, indem sie alles frühere Weh in eine
Perle verwandelt haben. Magst auch du bereit werden alles
zurückzulassen, um zu einer
kostbaren Perle zu werden!
Und schließlich, wird die
Wunde,
wie das Sandkorn, das jene Perle hervorgebracht hatte, für alle Zeit in jene Schöne
Perle eingebettet sein, und ein Zeichen und ein Gedenken für die Gnade Gottes und die
Kraft seines Königreiches bleiben. Auf Jesu Wunden allein, die er an seinem Leib
trug,
weist das Sandkorn in der Perle der Muschel hin. Jesu Wunden werden für immer Seinem
Körper anhaften d.h. sie werden sichtbar bleiben, aber ohne Schmerz denn
sie berichten uns jetzt und für alle Zeit von der Herrlichkeit des Kreuzes und den
Geheimnissen des Himmelreiches.